Maibock 2015 – Bericht und Ergebnisse

Gerade noch in die letzten Tage des Mai gequetscht begrüßte uns der Maibock am Samstagmorgen mit Temperaturen des frühen April. Bei der Steuermannsbesprechung zeigte das Quecksilber 9,7°C!! Aber bei den angesagten Windstärken sollte uns ordentlich warm werden, zumal auf der Alster, wo die Fock schnell in der Bö back steht, wenn Frieda an der Rabenstraße das Fenster aufmacht.
 
Die Teams waren diesmal eher durchmischt. Die alten Recken Niels und Christian sowie Ralf und Alex zeigten Konstanz. Auf den anderen Schiffen gab es mal einen anderen Vorschoter oder mal einen Wechsel der Steuerfrau.

Die Wettfahrtleitung hatte gehörigen Respekt vor angesagten Gewitterböen und eine große Toleranz gegenüber Drehern – „unter 30° fass ich keine Tonne an“.
Es ging gleich gut los, der Wind frischte auf und blies mit guten 3-4. Die erste Kreuz war Alster-like von Wind-Drehern geprägt, so dass sich die Locals vorne ballten. Petrus bescherte uns immer wieder Nass von oben. Segeln im Mai in Norddeutschland ist halt doch wie unter der kalten Dusche.
 
Zwischen Wettfahrt eins und zwei dann richtig Regen und auf der zweiten Kreuz ein Hagelschauer. Der Wind war aber sehr wechselhaft und flaute immer wieder auf richtig wenig ab. Vanessa nutzte die unstetigen Bedingungen, um mit genialem Schlag am ganzen Feld vorbei an die Spitze zu segeln und diese konsequent zu verteidigen.
 
Race 3 dann wieder mit anfänglichem Schwachwind, der sich dann aber ordentlich entwickelte, so dass auf den letzten beiden Kreuzen bei vielen das Groß nicht mehr dicht gezogen wurde. Die ersten Eskimo-Rollen gab’s auch, was lediglich der Alsterschlamm verhinderte, sodass sich einige Segel am Top leicht einfärbten. Passiert war aber nix weiter, außer bei Clara und Florian, wo sich ein Want verabschiedete.
Der Tag endete mit einer Runde Maibock am Steg und der Diskussion, ob die Ergebnisliste nach drei Wettfahrten schon einen Streicher ausweisen durfte. Das brachte nämlich die Plätze 2-4 auf Punktgleichheit.
 
Das traditionelle Grillfest fand dieses Jahr im Red Dog, einem ehemaligen Toilettenhäusschen an der Krugkoppelbrücke, statt. Der Wirt hatte zwar mit 50 Leuten gerechnet, wahrscheinlich hätte er aber besser Bescheid wissen sollen, dass 50 Segler kommen, die vorher 5 Stunden mit den Alsterwinden gekämpft hatten. Da wurden die Würstchen doch ein bisschen knapp. Aber der Segler an sich ist ein Improvisations-Talent und gleicht das mit flüssiger Nahrung aus.
Der Sonntag versprach Sonne und die Ergebnisliste hatte es sich über Nacht überlegt und den Streicher gestrichen. Damit war zu Morten/Antjes Freude der zweite Platz nach Niels/Christian auch in ASV-Hand.
 
Das hieß es also heute zu verteidigen. Der erste Start war ziemlich eng. Alle am Schiff. Alle ambitioniert. Morten/Antje fanden den besten Wind und setzten sich an Tonne 1 und 2 30m ab. Die Aufholjagd wurde von Vanessa/Meike angeführt, die dann aber auf der zweiten Kreuz Niels/Christian Platz machten. Und die Weltmeister bewiesen ihre Klasse; der letzte Spigang bei gutem Wind war eine klare Sache. Mit perfekten Manövern und voller Gleitfahrt fingen sie Morten/Antje ab und sicherten sich den ersten Platz.
 
Der Wind nahm wieder zu. Alle waren froh noch zwei Läufe zu fahren. Vor allem Mirco und Anna hatten sich an die Alster gewöhnt und wollten angreifen. Mit einem weiteren ersten Platz machten Niels/Christian alles klar und überließen es den Verfolgern sich neu zu sortieren. Was diese auch taten: Ralf vor Mirco, dann Vanessa, während Morten/Antje noch ein bisschen badeten. Zieleinlauf und … vorbei. Keine 6. Wettfahrt.
 
Das Endergebnis: schönes Segeln auf Deutschlands anspruchsvollstem Revier, alle hatten viel Spaß und reichlich Maibock, Segeln macht hungriger als Hamburger Gastronomen erwarten, am Ende gewinnen die Weltmeister, kantige Glas-Trophäen sind auch nicht haltbarer als runde, es war mal wieder schön!
 
Jan-Morten Sevecke, GER 10591
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