Kommen sich zwei Segler entgegen, beide auf Vorwindkurs.

Kommen sich zwei Segler entgegen, beide auf Vorwindkurs. Das geht nicht? Oh doch, das geht sehr wohl. Dieser kleine See mitten im Harz wirkt so als könne er kein Wässerchen trüben. Völlig friedlich und harmlos, ja sogar idyllisch sieht es hier aus.

Aber das täuscht – und zwar ganz gewaltig. Dieser See hier hat es in sich und faustdick hinter den Ohren. Tückisch, hinterlistig und gemein, so könnte man ihn beschreiben.

Nichtsahnend gehen am Samstagmittag fast pünktlich um 14 Uhr drei Laser2 über die Startlinie (alle anderen gemeldeten Teams sind vermutlich von den Hexen auf dem Blocksberg entführt woden, wir haben jedenfalls nichts mehr von ihnen gehört, jede Kontaktaufnahme ist gescheitert). Man kommt aber keine 100 Meter weit und schon liegt die erste Crew samt Boot im See. Warum? Ein motivierter Vorschoter im Trapez, ein extremer Winddreher so dass man ohne zu Wenden den Bug wechselte und schon war es geschehen. Weiter gehts. Die Luvtonne. Eine Anliegelinie gibt es im Lehrbuch aber nicht hier. Der Wind dreht immer gerade so dass man schier endlos einen großen Kreis um die Bahnmarke fahren muss ohne diese jemals zu erreichen. Sisyphos Arbeit neu definiert. Mehr schlecht als recht rundet man letzlich mit viel Glück die Tonne und geht auf den Spikurs. Der Wind kommt die meisete Zeit tatsächlich irgendwie von hinten, eine Halse an der Raumtonne reicht jedoch nicht aus. Winddreher zwingen einen zu zahlreichen Halsen. Gratis Manövertraining inklusive. Alternativ segelt man Schlangenlininen wie es eigentlich nur noch 5 Gläsern Maibowle geht. Kurz vor der Leetonne dann Wind von … unten? Nein, eher von vorne. Spi einpacken, den Rest kreuzen. Um die Tonne und auf die nächste Kreuz. Das verstehe wer will. Ein halber Schenkel sicherer Vorsprung schwindet dahin wie nichts. Auf einmal steht man da und die anderen holen auf. Dann werden sie wie von magischer Hand aufgehalten und man selbst kommt wieder weiter. Solche Windlöcher auf dem Wasser sieht man keine, die Wasseroberfläche kräuselt sich überall. Winddreher und Böen machen das Wochenende zu einem nassen Vergnügen, immer wieder werden Vorschoter oder ganze Crews mit Boot in den See gedöppt. Kein Auge bleibt trocken. Tränen der Verzweiflung und des Lachens über die eigene Unfähigkeit.

Die Mühe wird Samstag Abend mit Grillwürstchen und leckeren Salaten belohnt. Der Tag analysiert und noch immer kann keiner verstehen, was hier eigentlich passiert ist. Vielleicht ist was dran, an diesen Sagen um die Hexen in Harz. Jedenfalls war es zu keiner Zeit langweilig und trotz gerade mal 12° auch gar nicht kalt. Der Wind zwang zu ständiger Konzentration und Bewegung.

Das Wochenende war zum verzweifeln, es war lehrreich, es war irdenwie lustig und vor allem war es vom GSC toll organisiert und jeder der nicht da war hat wirklich was verpasst.

Hier gibt es die Ergebnisse: Laser2_Gänselieselpokal_2012_Ergebnis

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